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Umgangsregelungen

Wenn Sie derzeit eine für Sie günstige Regelung mehr oder weniger stabil praktizieren, dann binden Sie niemandem auf die Nase, wenn demnächst auf Ihrer Seite Änderungen anstehen.

Meine Ex-Freundin und ich (also ein unverheiratetes Paar, vielmehr sogar ein früheres unverheirates Paar) hatten über ca. 10 Wochen eine Umgangsregelung über unseren Sohn praktiziert,
allerdings fühlte sie sich daran überhaupt nicht effektiv gebunden und ließ es auch gerne platzen.
Ich stellte einen Antrag auf Umgang bei der Rechtsantragsstelle beim Familiengericht.
Nach der soweit praktizierten Umgangsregelung sah ich unseren Sohn von Dienstag "ab Kita" bis Mittwoch "zur Kita" und am Freitag "ab Kita" bis Sonnabend späten Nachmittag, da waren wir sogar recht flexibel.
Das lag auch in ihrem Interesse, denn dann konnte sie am Sonnabend Nachmittag noch ihren Yoga-Kurs besuchen.

Nun, es nahte der Verhandlungstermin, aber bei mir nahte beruflich nach monatelanger wirtschaftlicher Flaute ein neuer Auftrag, der mich mindestens etliche Monate werktags außerhalb der Stadt fixieren und es mir unmöglich machen würde, meinen Sohn unter der Woche zu sehen.
Ich war davon ausgegangen, dass eine vor Gericht vereinbarte Umgangsregelung bzw. eine vom Gericht verfügte Umgangsregelung mir nicht nur
(a) das Recht einräumen würde, meinen Sohn zu sehen, sondern auch
(b) die strafbewehrte Pflicht auferlegen würde, die vereinbarten Termin auch einzuhalten (so eine Regelung kannte ich nämlich bislang nur).
Und weil ich den Problemen bei Versäumnissen im Fall (b) aus dem Weg gehen wollte, offenbarte ich die Änderung meiner beruflichen Situation zu Beginn der Verhandlung.

Meine Offenheit war kompletter Quatsch, denn heraus kam eine Regelung gemäß (b).
Ich hätte mir also schön und in aller Ruhe die bewährte Konstruktion vom Gericht zum Kindeswohl bestätigen lassen sollen, und dann eben nur soweit möglich praktizierne sollen.
Habe ich aber nicht, und die verursachten Komplikationen waren immens.

Was lernen wir daraus? Man sollte nur eingeschränkt offen sein und auf jeden Fall nicht zum eigenen Nachteil.
Änderungen in der Zukunft, insbesondere solche, welche für einen selbst Nachteile mit sich bringen, sind Änderungen in der Zukunft, und mit der Zukunft (auch wenn sie vielleicht schon in 10 Tagen einsetzt) kann man sich zu gegebener Zeit auseinandersetzen.
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